Warum die Politik?
Ehrlich gesagt: Ich wollte nie in die Politik, nie etwas mit ihr zu tun haben.
Ich war jahrelang der klassische, enttäuschte Fast-Nichtwähler. Jemand, der am Wahltag das „kleinste Übel“ angekreuzt hat, nur um kurz darauf wieder enttäuscht zu werden. Ich bin mir schon sehr lange im klaren, das in unserer Politik nur gelogen und betrogen wird.
Wer mich kennt, weiß: Ich bin ein einfacher Mensch.
Ich brauche nicht viel, ich will nicht viel.
Bin Ruhig und Bescheiden, liebe meinen Frieden.
Eigentlich will ich einfach nur meine Ruhe haben. Nach der Arbeit heimkommen, Füße hochlegen, entspannen.
Aber genau diese Ruhe gibt es nicht mehr.
Ich kann nicht mehr entspannen, wenn ich sehe, wie die Armut steigt und der Mittelstand beerdigt wird.
Ich kann nicht mehr wegsehen, wenn zwei Vollzeitgehälter nicht mehr reichen, um eine Familie zu erhalten, geschweige denn ein Eigenheim zu finanzieren. Und ich will nicht länger zusehen, wie unsere Kinder in eine Welt hineingeboren werden, die unschöner, ärmer und unfreier ist als die, die wir noch erleben durften.
Da ist es vorbei mit Augen und Ohren schließen und sich in den vier Wänden zurückziehen.
Jeden Tag lesen wir von neuer Korruption, von Ungerechtigkeit und von Politikern, die völlig den Bezug zur Realität verloren haben.
Abgehoben in einer Blase, weit weg von den Sorgen des einfachen Bürgers.
Die Politiker handeln zum Wohle der Partei und lügen, die Gesellschaft zerfällt, die Armut steigt.
Alle jammern, aber niemand will etwas unternehmen.
Niemand will sich mit diesen Zuständen beschäftigen.
Niemand will seine geringe Freizeit für noch mehr Sorgen opfern.
Und da bin ich niemanden böse, will niemanden etwas vorwerfen.
Ich will ja auch einfach nur mein Leben genießen und glücklich sein.
Jedoch ist ein Punkt erreicht, da kann ich meinen Blick nicht mehr abwenden und all die täglichen Missstände ignorieren.
Ich kann und will nicht mehr fröhlich die Beine hochlegen.
Ich werfe niemandem vor, dass er jammert.
Wir schimpfen letztlich ja doch klassisch auf Stammtischniveau und regen uns in den sozialen Medien auf.
Aber im Wohnzimmer wird keine Freiheit gewonnen. Ein wütender Beitrag ändert gar nichts.
Was sich erst recht nicht ändern wird: Wenn wir immer und immer wieder dieselben Parteien wählen und ein anderes Ergebnis erwarten.
Das ist die Definition von Wahnsinn.
Man gibt uns vor, es gäbe keine Alternativen.
Man hat das System so gebaut, dass neue, ehrliche Bewegungen es verdammt schwer haben.
Das ist ein Punkt, den die österreichische Politik perfektioniert hat: das Verhindern einer jeglichen neuen politischen Bewegung abseits des Status Quo.
Eine freie und unabhängige Stimme ist für diesen Status eine Bedrohung.
Genau deshalb trete ich an.
Nicht, weil ich wie meine „Kollegen“ und „Genossen“ ein Karrierepolitiker bin.
Ganz im Gegenteil. Ich trete an, weil ich eine tiefe Abneigung gegen das habe, was uns schon lange als „volksnahe Politik“ verkauft wird.
Ich opfere meine Freizeit und meine Nerven, weil ich es mir selbst nicht mehr verzeihen kann, nur zuzusehen und alles geschehen zu lassen.
Wer wirkliche Veränderung will, muss selbst aktiv werden.
Groß reden kann jeder. Aber auf der Straße stehen, seine Zeit opfern und wirklich anpacken – das ist eine ganz andere Geschichte.
Es steht jedem frei, über mich zu urteilen oder zu schimpfen. Aber mir zu Herzen nehmen werde ich nur die Kritik derer, die auch selbst anpacken.
Ich verspreche euch keine Wunder.
Aber ich verspreche euch eines: Mein Kreuzerl am Stimmzettel ist nicht verstrickt mit privaten Geldgebern, mit der Wirtschaft oder mit Parteifreunden.
Ich bin kein Berufspolitiker. Ich bin einer von euch, der die Schnauze voll hat.
Wenn meine Mühe am Ende vergebens ist – dann habe ich es zumindest versucht.
Ich habe Gesicht gezeigt. Ich habe gemacht und nicht nur machen lassen.
Ich trete an für ein ehrliches Graz.
Nicht für die Partei, sondern für uns.
Packen wir’s an!
Andreas Winkler
