Anton Bruckner International School in Linz als „Containerschule“?
Linz verliert an Attraktivität als Bildungsstandort – die Anton Bruckner International School (ABIS) schickt Kinder ab 2026/27 in Container-Klassen. „Ein totales Versagen der Politik“, so LAbg. Manuel Krautgartner, MFG-OÖ Klubobmann.
Wachsende Schülerzahlen – fehlende Planung
Wird die angesehene Anton Bruckner International School in Linz zur „Containerschule“? Genau das droht den Schülern für die nächsten vier (oder mehr) Jahre. Weil die Schülerzahlen kontinuierlich wachsen, fehlt dringend Platz. Statt rechtzeitig eine professionelle Standortsuche für einen Neubau oder einen ortsnahen Zubau zum bestehenden Standort im Bruckner Tower zu starten, wurde nach Angaben betroffener Eltern im Rahmen eines Elternabends eine mehrjährige Containerlösung als Ausweichstandort präsentiert – mehrere Kilometer vom Hauptstandort entfernt. Verantwortliche und Politik waschen sich die Hände in Unschuld.
„Eine funktionierende internationale Schule ist ein wichtiger Standortfaktor – sowohl für einheimische Familien als auch für internationale Fachkräfte, die in Linz leben und arbeiten.
LAbg. Dagmar Häusler, BSc
Wenn stattdessen langfristige Provisorien und zersplitterte Standorte präsentiert werden, sendet das ein problematisches Signal für die Attraktivität von Linz als Wirtschafts- und Bildungsstandort. Hier fehlt es aus unserer Sicht an rechtzeitiger, transparenter und professioneller Planung“, so LAbg. Dagmar Häusler, BSc.
Die private Anton Bruckner International School (ABIS) verlangt laut eigener Preistabelle jährliche Schulgebühren im Bereich mehrerer tausend Euro (z. B. rund 3.960 € pro Jahr bzw. 10 x 396 € in den Schulstufen 6–10). – besonders attraktiv für Expat-Familien in Top-Positionen. Seit der Eröffnung 2021 im Erdgeschoss des Bruckner Towers in Urfahr hagelt es Kritik: Zu eng, extrem hohe Mieten, keinerlei Freifläche – ein nachträglich eingezäunter Spielplatz im öffentlichen Park ging zulasten aller Bürger.
Das Platzproblem hat sich massiv verschärft. Die Schulleitung präsentierte den Eltern nun eine langfristige Container-Lösung: Ab dem nächsten Schuljahr sollen die Schüler mehrere Jahre in Containern am Aubrunnerweg (vor VS 51, Auhof) unterrichtet werden, den Turnsaal teilt man sich mit einer anderen Schule. Ergänzt werden Räume in der Berufsschule 1 – insgesamt drei Standorte, mehrere Kilometer auseinander.
Eltern und Schüler sind entsetzt:
„Wie in einem Dritte-Welt-Land“, schildert eine betroffene Mutter gegenüber der MFG. „Wir zahlen Premium-Gebühren für stickige, kalte oder überhitzte Container und zersplitterten Unterricht – das ist inakzeptabel.“ Zudem seien die Eltern im Vorfeld in die Thematik überhaupt nicht eingebunden und stattdessen vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Bis 2030 soll ein zweiter Standort nahe Urfahr Ost entstehen – direkt an Straßenbahn und künftigen S-Bahn-Linien, umgeben von Bahnhof-Atmosphäre. Dabei gab es reichlich verpasste, weitaus bessere Alternativen: das brachliegende Gelände beim Landesschulrat, die ehemalige KIKA-Filiale (mit Straßenbahn-Anbindung, Parkplätzen und Tiefgarage) oder eine Integration ins PRO-Einkaufszentrum – nichts davon wurde offenbar ernsthaft geprüft.
Poltische Verantwortung in der Kritik
MFG-Klubobmann Manuel Krautgartner rechnet ab: „Es gab wieder einmal keine professionelle Standortsuche – wie so oft bei Großprojekten in Oberösterreich.“ Das sei „völlig inakzeptabel“. Besonders in die Pflicht nimmt er das Land Oberösterreich, das als Teil der „Association of Anton Bruckner International School“ an der ABIS beteiligt ist. „Das ist ein absolutes Versagen der zuständigen Bildungslandesrätin Christine Haberlander. Hier zeigt sich einmal mehr ein strukturelles Problem: mangelnde Kommunikation, fehlende Einbindung der Betroffenen und keine rechtzeitige, professionelle Standortplanung“, kritisiert Krautgartner.
Die MFG fordert daher Transparenz, eine echte Einbindung der betroffenen Eltern, Schüler und Lehrer sowie eine nachhaltige und standortnahe Lösung anstelle langfristiger Provisorien.
„Bildungspolitische Versäumnisse dürfen nicht auf dem Rücken der Schüler ausgetragen werden“, so Krautgartner abschließend.
Rückfragehinweis:
MFG Oberösterreich
(+43 732) 7720 – 17402
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