Österreichs Energieversorgung bis zu 50 Prozent von Gas abhängig

von | 22. Mrz. 2022 | Innenpolitik

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Bislang galt unter der Bevölkerung quasi als Allgemeinwissen, dass der Energiebedarf Österreichs nur zu fünf Prozent von Gas abhängen würde, wovon ein großer Teil von der OMV gefördert würde. Dies erweist sich nun in Krisenzeiten als falsch – und hat viel mit der „Energiewende“ zu tun. Tatsächlich benötigt unser Land bis zu 50 % Strom aus Gas – speziell dann, wenn der Wind nicht mitspielen will.

Auf der Seite SMARD.DE kann man nachvollziehen, aus welchen Quellen der Energiebedarf Österreichs gespeist wird.

Der Anteil von Erdgas ist dabei sehr variabel. Dass sich Österreich hauptsächlich auf Wasserkraft verlassen kann, ist ein Mythos. Besonders wenig Erdgas ist vor allem dann notwendig, wenn die Windparks kräftig am rotieren sind. Nachdem Windenergie aber nur in Küstennähe wirklich effizient zu „ernten“ ist, bezieht Österreich den meisten Teil der Zeit seine Energie aus Erdgas. Der Anteil der Photvoltaik ist verschwindend gering.

Ein Tag als Beispiel: am 4. März meldete Österreich einen Stromverbrauch von 194.000 Megawattstunden. Davon betrug der Anteil an Erdgas 70.191 Mwh (35 %). Wasserkraft und Pumpspeicher brachten es gemeinsam auf 84.688 MWh (43 %). Windkraft steuerte 27.658 MWh bei (14 %). Wobei zu beachten ist, dass Wind und Sonnenenergie keine konstante Leistung erbringen sondern nach Lust und Laune der Natur immer nur Teile des Tagesbedarfs abdecken können. Bei Windstille springen die Gaskraftwerke ein.

Was viele nicht wissen: die Nordstream 2 Gasleitung wurde nicht aus Jux und Tollerei nach Deutschland gelegt. Sie war ein fixer Bestandteil der deutschen Energiewende. Ein Land, das seine Energie aus Windenergie speisen will, benötigt für windstille Zeiten alternative Kraftwerke. In der Regel sind dies nach aktuellem Stand der Technik Gaskraftwerke. Wie Deutschland in Zukunft seinen Energiebedarf aus eigener Kraft decken will, ist völlig ungeklärt.

Österreich verfügt aktuell zwar noch über ausreichend Versorgung mit Gas, doch die Preissituation ist erdrückend. Und es ist ein wesentlicher Unterschied, ob Erdgas beim Energie-Mix fünf oder fünfzig Prozent ausmacht – das schlägt sich auch massiv in der Preisgestaltung für die Endkunden nieder. Und so werden mehr und mehr Österreicher alleine durch die steigenden Energiepreise an die Armutsgrenze gedrängt oder in die Schuldenfalle getrieben.

Die MFG fordert eine öffentliche Diskussion über Energieversorgung, Versorgungssicherheit und Preisentwicklung. Wie andere EU-Staaten muss auch in Österreich in Zeiten der Krise eine Preisdeckelung bzw. ein Verzicht auf hohe Energiesteuern machbar sein. Slowenien und Ungarn machen es vor – nur die österreichische Politik behauptet, ihr wäre ein solcher Schritt aufgrund von EU-Vorgaben nicht möglich. Das ist kein ehrlicher Umgang mit den Wählern!

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