Vorwort
Liebe MFG-Freunde aus der Steiermark,
unser Stammtisch erfreut sich großer Beliebtheit und bietet regelmäßig Raum für spannende politische Diskussionen sowie den Austausch über Fakten, Theorien und aktuelle Ereignisse.
Mit einer neuen Kategorie in unserem Newsletter möchten wir euch künftig daran teilhaben lassen. Hier findet ihr Denkanstöße – zur eigenen Meinungsbildung, zur weiteren Recherche oder als Gesprächsgrundlage für Diskussionen.
Wenn Sie mehr über die Aktivitäten und Standpunkte der MFG zum Thema Sky Shield und österreichische Neutralität erfahren möchten, besuchen Sie gerne unsere Homepage, unsere Social-Media-Kanäle sowie unseren YouTube-Kanal. Dort finden Sie weiterführende Informationen, Interviews und Hintergrundberichte.
Wir hoffen, dass Ihnen der Beitrag gefallen hat – und vielleicht Ihre Neugier geweckt wurde, selbst intensiver zu recherchieren, unseren nächsten Stammtisch am 30. September zu besuchen oder uns sogar einen eigenen Leserbrief zu einem Ihrer Herzensthemen zu senden.
Herzliche Grüße
Ihr MFG-Steiermark-Team
Sky Shield – Hintergründe, Fakten und Folgen Teil 2
Der zweite Teil des Newsletter soll nun den geplanten Endausbauzustand der Sky Shield Initiative betrachten.
Im Sommer 2022, kurz nach dem Start der Sky Shield Initiative durch den damaligen deutschen Bundeskanzler Scholz wurden von der deutschen Regierung Verhandlungen mit Israel aufgenommen, um die Komponenten für die weitreichende Abwehr ballistischer Raketen zu kaufen.
Es wurden Verträge über die Lieferung von Elta M2080B Super Green Pine Radargeräten mit bis zu 900 km Reichweite sowie Arrow 3-Lenkwaffen abgeschlossen, die eine Reichweite von bis zu 2500 km erreichen können.
Im Jahr 2024 wurde dieser Liefervertrag auch auf die neue Arrow 4 ausgedehnt, die angeblich auch Hyperschall-Flugkörper abfangen kann. Gleichzeitig wurden umfangreiche Lieferverträge mit Raytheon aus den USA unterzeichnet um die mittlere Komponente der Abwehr mit MIM-104C Patriot zu verstärken.
Das Zusammenwirken der einzelnen Systeme und die Koordination der Maßnahmen der einzelnen Mitgliedsstaaten soll in den sog. Combined Air Operations Center (CAOC) koordiniert werden.
Vier solche CAOCs wurden eingerichtet, darunter das CAOC Uedem in Deutschland, zuständig für den mitteleuropäischen Bereich.
Von dort aus sollen zukünftig auch die Aktivitäten im österreichischen Luftraum koordiniert werden, eine abhörsichere Breitband-Glasfaserleitung als fixe Datenverbindung zum österreichischen System Goldhaube ist bereits geplant.
Damit findet bereits in Friedenszeiten eine ständige Koordination mit den europäischen NATO-Staaten statt. Die CAOCs haben auch vollen Zugriff auf die Aufklärungssatelliten Frankreichs, Großbritanniens und der USA.
Nun zu den Kosten: Für Österreich wurde die Teilnahme oft recht schwammig mit 6,5 Milliarden Euro beziffert.
Dies betrifft aber nur die Anschaffung der Systeme und die Herstellung der Nachrichtenverbindung von St.Johann im Pongau nach Uedem. Nicht kolportiert wurden die laufenden Kosten im Betrieb.
Die Lenkwaffen müssen in periodischen Zeitabständen vom Hersteller gewartet werden, genauso wie die mobilen Radargeräte und Simulatoren. Auch das Bedienungspersonal muss ausgebildet werden, dabei werden auch scharfe Lenkwaffen auf Übungsziele abgefeuert.
Ein Lenkwaffen-Schuss schlägt dabei mit bis zu 560.000 Euro zu Buche.
Ob die Kombination von israelischen Radaren und Raketen für die große Entfernung, amerikanische Radare und Lenkwaffen für den mittleren Bereich und deutsche Radare und Lenkwaffen für den Nahbereich im Zusammenspiel überhaupt funktioniert ist eine der großen offenen Fragen.
In der Endausbaustufe ist Österreichs Luftverteidigung zur Gänze der NATO unterstellt – gelenkt vom übergeordneten Gefechtsstand in Uedem. Damit ist unsere Neutralität endgültig zu Grabe getragen und unser Staatsgebiet wird ebenfalls zum potentiellen Zielgebiet.
– Harry (Leserbrief)