Adipositaszahlen und Diabetesstudie unterstreichen MFG-Forderung: Mehr Gesundheitsförderung statt später Behandlung

Okt. 23, 2026 | Gesundheitspolitik, Landespolitik, MFG Oberösterreich, Sozialpolitik

LAbg. Häusler (MFG): „Warum handeln wir erst, wenn Menschen krank werden?“

Die heute veröffentlichten Berichte über steigende Adipositaszahlen bei Kindern und Jugendlichen sowie eine neue Studie zu Typ-2-Diabetes nimmt MFG-Gesundheitssprecherin LAbg. Dagmar Häusler, BSc zum Anlass, ein grundsätzliches Umdenken in der Gesundheitspolitik einzufordern. „Wir investieren enorme Summen in die Behandlung von Krankheiten, beschäftigen uns aber viel zu wenig mit der Frage, wie wir verhindern können, dass Menschen überhaupt krank werden. Hier müssen wir endlich andere Prioritäten setzen“, fordert Häusler.

Laut Österreichischer Gesundheitskasse stieg die Zahl der dokumentierten Adipositasdiagnosen bei Kindern und Jugendlichen in Oberösterreich von 79 im Jahr 2023 auf 163 im Jahr 2025 – mehr als eine Verdoppelung innerhalb von zwei Jahren. Für Häusler ist dabei entscheidend, dass diese Zahlen keineswegs das gesamte Ausmaß des Problems abbilden.

„Die 163 Fälle umfassen nur jene Kinder und Jugendlichen, bei denen tatsächlich eine entsprechende Diagnose dokumentiert wurde. Viel entscheidender wäre aber die Frage, wie viele Kinder insgesamt bereits übergewichtig sind. Denn Übergewicht im Kindesalter erhöht das Risiko, später an Adipositas und damit verbundenen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes zu leiden. Wir müssen uns also mit den Ursachen beschäftigen, bevor aus gesundheitlichen Risiken ernsthafte Erkrankungen werden“, betont Häusler.

Wie viel durch gezielte Veränderungen des Lebensstils erreicht werden kann, verdeutlicht eine aktuelle internationale Studie: Durch eine Kombination aus angepasster Ernährung und regelmäßigem körperlichem Training konnte bei 54 Prozent der Teilnehmer mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes innerhalb von sechs Monaten eine Remission erreicht werden.

Gesundheit fördern statt nur Krankheiten behandeln

Für die MFG gehören Eigenverantwortung und gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen untrennbar zusammen. Jeder Einzelne kann durch Ernährung, Bewegung und seinen Lebensstil wesentlich zur eigenen Gesundheit beitragen. Gleichzeitig braucht es ein Umfeld, das dabei unterstützt. Gerade bei Kindern und Jugendlichen sind deshalb auch die Eltern gefordert, auf gesunde Gewohnheiten zu achten. Kindergärten und Schulen können dies durch ausreichende Bewegungsmöglichkeiten, gesunde Verpflegungsangebote und die Vermittlung von Gesundheitswissen ergänzen.

„Wir müssen Menschen wieder stärker dazu befähigen, selbst Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. Dazu gehören Wissen über Ernährung und Bewegung ebenso wie ein Bewusstsein dafür, welche Auswirkungen unser Lebensstil langfristig haben kann. Die Aufgabe der Politik ist es, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen und zu unterstützen, statt mit immer neuen Vorschriften und Bevormundung zu reagieren“, so Häusler.

MFG fordert seit 2021 ein Umdenken

Die MFG setzt sich bereits seit 2021 für eine stärkere Gesundheitsprävention ein. Im Dezember desselben Jahres brachte sie einen Initiativantrag im oberösterreichischen Landtag ein, mit dem die Landesregierung aufgefordert wurde, Gesundheitsprävention zu einer tragenden Säule des Gesundheitswesens zu machen. Weitere Initiativen folgten, darunter 2023 ein Antrag zur Anerkennung ganzheitlicher Heil- und Präventionsmethoden sowie 2025 ein Antrag zur stärkeren Einbindung evidenzbasierter Fastenmethoden in die medizinische Versorgung und Vorsorge.

„Wir weisen seit Jahren darauf hin, dass unser Gesundheitssystem stärker auf die Erhaltung von Gesundheit ausgerichtet werden muss. Prävention darf kein Randthema bleiben, während wir gleichzeitig über steigende Gesundheitsausgaben und die Belastung unseres Versorgungssystems diskutieren“, so Häusler.

Die MFG fordert daher gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen über alle Lebensphasen hinweg – von Kindergärten und Schulen über den Berufsalltag bis ins hohe Alter.

„Unser Gesundheitssystem muss selbstverständlich für jene da sein, die medizinische Hilfe brauchen. Aber ein gutes Gesundheitssystem zeichnet sich nicht nur dadurch aus, wie gut es Krankheiten behandelt, sondern auch dadurch, wie wirksam es Menschen dabei unterstützt, gesund zu bleiben. Es ist höchste Zeit, dass sich diese Erkenntnis endlich auch in den politischen Prioritäten widerspiegelt“, so Häusler abschließend.

Rückfragehinweis:
MFG Oberösterreich
(+43 732) 7720 – 17402
presse-ooe@mfg-oe.at
www.klubmfg-ooe.at

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