Statement der MFG OÖ zum Bericht des Landesrechnungshofes über die psychiatrische Versorgung
Der aktuelle Bericht des Oberösterreichischen Landesrechnungshofes macht deutlich, dass die psychiatrische Versorgung weiterhin mit strukturellen Problemen zu kämpfen hat. Besonders in der Kinder- und Jugendpsychiatrie werden die vorgesehenen Kapazitäten nicht vollständig erreicht.
Wenn junge Menschen auf Hilfe warten müssen
Zusätzlich verdeutlichen aktuelle Zahlen aus dem Landtag die angespannte Situation: Mit Stichtag 15. Jänner 2026 warten 57 Kinder und Jugendliche am Kepler Universitätsklinikum sowie weitere 20 am Klinikum Wels-Grieskirchen auf einen stationären Platz in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
LAbg. Manuel Krautgartner, MFG-Klubobmann, fordert daher ein Umdenken in der Versorgung:
„Wenn gleichzeitig Kinder und Jugendliche dringend Hilfe brauchen und viele auf einen stationären Platz warten müssen, zeigt das, dass wir stärker vernetzt denken müssen. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum man im Bereich der Prävention ausschließlich auf wenige Strukturen setzt. Gerade Lebens- und Sozialberater oder psychosoziale Berater verfügen über eine fundierte Ausbildung und könnten in der präventiven Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einen wichtigen Beitrag leisten. Diese vorhandenen Ressourcen müssen endlich stärker genutzt werden.“
Wachsende psychische Belastung seit der Pandemie
Studien zeigen zudem eine zunehmende psychische Belastung junger Menschen seit der Corona-Pandemie. Die vom Gesundheitsministerium beauftragte HBSC-Jugendgesundheitsstudie 2021/22 bestätigt, dass sich die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Schülern in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert haben. So geben 31 % der Mädchen und 19 % der Burschen an, mit ihrem Leben derzeit nicht sehr zufrieden zu sein, zudem berichten viele Jugendliche über häufige Symptome wie Niedergeschlagenheit, Nervosität oder Schlafprobleme.
Auch LAbg. Dagmar Häusler sieht dringenden Handlungsbedarf:
„Der Bericht des Landesrechnungshofes zeigt, dass die psychiatrische Versorgung weiterhin eine große Herausforderung darstellt. Gerade im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie braucht es daher konsequente Maßnahmen, um Versorgungslücken zu schließen. Gleichzeitig dürfen wir auch die Langzeitfolgen der massiven Eingriffe in das Leben von Kindern und Jugendlichen während der Corona-Zeit nicht ausblenden.“
