Bildung & pädagogik

Jedem Menschen soll es möglich sein, sich unter Wahrung seiner individuellen Interessen, in seinem individuellen Tempo, durch gezielte Begleitung, Förderung und Forderung unter angenehmen menschlichen Rahmenbedingungen bestmöglich entwickeln zu können.

runter scrollen

divider

1. Unsere Forderungen

Unsere Kernforderungen: 

  1. Lernen soll, darf und kann überall stattfinden
  2. Lernen mit Herz, Hirn und Hand
  3. Ganzheitliche Lernen und barrierefreies Denken
  4. Lebenspraktisches und „gesundes Lernen in, mit und von der Natur
  5. Entsprechende altersadäquate Unterstützungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche

Das Parteiprogramm bezieht sich auf die Altersgruppe von 0 – 20 Jahren sowie auf die Erwachsenenbildung. Wir verzichten bewusst auf Fachbegriffe, da wir den Inhalt für alle, auch nicht fachbereichskundige Menschen, verständlich formulieren wollen. 

Generell liegt der Fokus auf den Bedürfnissen der Menschen und nicht auf den vermeintlichen Erfordernissen der Wirtschaft. 

Unser Ziel ist es, dass Menschen durch Bildung und Pädagogik relevante Fähigkeiten, Fertigkeiten und Grundwissen für ein erfolgreiches, selbstständiges und eigenverantwortliches Leben erwerben. 

Nach seiner Ausbildung soll ein Mensch wissen:

  • was ihn interessiert und wofür er sich begeistert, 
  • wie er sich seine Interessensgebiete erarbeiten kann 
  • wie er sich die erforderlichen Fähigkeiten dafür aneignen kann, 
  • wie er sich Ziele setzt und diese auch erreicht. 
  • wie er gut mit sich, den anderen und der Welt zurechtkommt 
  • wie er ein für sich, für die Gemeinschaft und Umwelt gelungenes Leben führen kann. 

Der Mensch soll befähigt sein, selbstständig und kritisch zu denken, Dinge zu hinterfragen, eigenständig Lösungen finden und Zivilcourage zeigen zu können. 

Selbstvertrauen durch Eigenverantwortung ist auch die Grundlage für eine positive Konfliktkultur. 

Herzensbildung, Selbstreflexion der Gefühle, den Umgang mit Emotionen lernen, Mitgefühl für andere haben, schaffen Selbstvertrauen und Mut, für sich selbst und andere einzustehen und seinen Platz in der Gesellschaft finden zu können. 

Dadurch ist die Entwicklung zu einem selbstbestimmten, handlungsfähigen und weltverbundenen Menschen viel leichter erreichbar. Die Beziehungsfähigkeit zu sich selbst und anderen wird erst dadurch möglich. 

2. Rahmenbedingungen

Lernen soll, darf und kann überall stattfinden. 

Nur in einem Umfeld, das geprägt ist durch Vertrauen und Geborgenheit, kann erfolgreich gelernt werden. Freude am forschenden und fächerübergreifenden Lernen ist die Basis für nachhaltigen Wissenserwerb. Dabei soll großer Wert auf unterschiedliche Methoden gelegt werden, die ein Lernen mit allen Sinnen ermöglichen. 

Die Kultur des Ausprobierens und Scheiterns gehört zu den elementarsten Dingen der modernen Pädagogik, die sich an den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung orientiert. 

Staatliche und nichtstaatliche Bildungsstätten sollen als Ort des Lebens und des Lernens fungieren. Staatliche Bildungsförderung muss unabhängig vom Lernort gewährleistet sein. 

Vielfältige Ausbildungs- und Schulformen, häuslicher Unterricht und Lerngruppen sollen gleichberechtigte Organisationsformen sein. Es werden dadurch auch Räume für individuelles, autonomes und gemeinschaftliches Lernen geschaffen und durch das Recht auf externe Prüfungen gestärkt. 

Nachmittagsbetreuung, Kreativ- und Sportangebote, Übungszeiten und Förderangebote tragen zusätzlich zur selbst gestalteten Entwicklung bei. 

Kleinere Gruppengrößen (unter 20 Lernende, je nach Alter eher noch weniger) sind der Grundstein, damit forschendes und fächer-/bildungsbereichsübergreifendes Lernen optimal pädagogisch betreut werden kann.

3. Lust am Lernen entfalten und bewahren

Lernen mit Herz, Hirn und Hand 

Natürliches Lernen passiert durch das Prinzip des forschenden, aktiven Lernens. Dies beinhaltet eine Lernkultur des Ausprobierens. Durch selbstständiges Erfahren, eigenständiges Denken und Experimentieren können eigene Lösungsansätze ermöglicht und der kreative Ausdruck gestärkt werden. Auch aus Fehlern zu lernen, ist dabei ein wichtiger und wertvoller Bestandteil dieser Lernform. 

Dieser Zugang beinhaltet auch, eigenen Neigungen folgen zu können, seine Talente und Begabungen zu erforschen und Interessen zu vertiefen. Besondere Fähigkeiten werden durch spezielle Förderprogramme und Talentsuche bestmöglich unterstützt und ermutigt.

4. Ganzheitliches Prinzip und barrierefreies Denken

Wer sich selbst als Teil eines Ganzen wahrnimmt, ist viel eher in der Lage, Auswirkungen seines Denkens und Handelns auf Systeme zu erkennen und zu hinterfragen. Zusammenhänge sollen erkannt und eingeschätzt werden können. Dies ermöglicht ein Handeln zum Wohle und Fortschritt aller Beteiligten und des Ganzen. Grundlage dafür ist die positive Verbindung und Achtsamkeit mit sich selbst und der Umwelt. 

Erst wenn man Zusammenhänge versteht, kann man sich umfassende Gedanken zu verschiedenen Themen machen, Gedanken zu Ende führen und Auswirkungen auf sich, seine Mitmenschen, die Natur und Umwelt sowie auf die Wirtschaft einschätzen. Durch barrierefreies Denken wird erreicht, dass soziale Verantwortung neu verstanden wird. 

Das Ziel einer umfassenden Bildung ist unter anderem, ein Verständnis und Interesse für Umwelt, Ethik, Religionen, Spiritualität, ein Verständnis für eigene und fremde Kulturen, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit zu entwickeln.

5. Lebendige Demokratie sichtbar machen

Lerngemeinschaften sollen nach demokratischen Prinzipien organisiert werden. Die eigenständige Teilnahme an gruppendynamischen Prozessen bildet die Grundlage lebendiger Demokratie. 

Kommunikation und Spontanität erhöhen das positive Zusammenwirken im Wettbewerb der Ideen. Eine offene Diskussionskultur führt zusammen und lässt Meinungsfreiheit und Vielfalt im Denken zu. Das Erlernen der Diskussions- und Kommunikationskultur auf allen Ebenen, z.B. auch Körpersprache, ist dabei ein wichtiger Faktor. 

Mehr direkte Demokratie bewirkt mehr Interesse an Demokratie und fördert das Bewusstsein, dass die eigene Meinung Gewicht hat und Veränderungen bewirken kann. 

Minderheitenrechte, Kinderrechte, Aufklärung über Rechte und Pflichten sind wichtige Bestandteile einer Grundbildung. 

Verstärkte Gestaltungsmöglichkeiten durch die Wahl von Lernthemen ermöglicht eine Aus- und Weiterbildung nach Begabung und Interesse.

6. Lebenspraktisches Lernen – Alltag bewältigen

Unsere Umwelt, und damit auch unser Alltag, werden immer komplexer. Bildung und Ausbildung in den Bereichen Finanz, Recht, digitales Wissen und Anwendungskompetenz (Tablet, PC, etc.), Körper, Gesundheit, Bewegung und Ernährung sind essentiell. 

Auch das Wissen darüber, wie man Wohnen, Haushalt, Freizeit und Berufswahl gestalten kann, ist ein wichtiger Baustein in Bildung und Ausbildung. 

Handwerkliches Lernen, Erfahrungen mit allen Sinnen, praktische Fertigkeiten, Möglichkeiten, die Praxis kennenzulernen, ermöglichen einen guten Überblick über Berufe und sind die Basis für eine kreative Lebensgestaltung. 

Die Stärkung von Beobachtungsfähigkeit und Reflexion dienen als Basis für die Entwicklung neuer Konzepte in Wirtschaft und Gesellschaft, ebenso als Basis dafür, sich entwickeln und aufsteigen zu können.

7. Gesunder und verantwortungsbewusster Lebensstil

Körperliche und mentale Gesundheit wird gefördert, Eigenverantwortung und Eigenmacht über den Körper erkannt und gestärkt. Es ist wichtig, selbständig Entscheidungen über die eigene Gesundheit treffen zu lernen, wobei Gesundheitssysteme als Dienstleister und Berater zur Verfügung stehen. 

Unter „körperlichem Gesundheitswissen“ verstehen wir Wissen über Bewegung und Sport, alternative Heilmethoden, Hausmittel, Körperpflege und Hygiene. 

Unter „mentalem Gesundheitswissen“ verstehen wir Wissen über Entspannungsmethoden, Meditation, Gelassenheit, körperliche Nähe, guten Schlaf und Humor.

8. Lernen in, mit und von der Natur und Umweltschutz

Lernen in, mit und von der Natur weckt Wertschätzung für Tiere, Pflanzen, Pilze und andere Lebewesen. Dies erfordert einen häufigen Aufenthalt in der Natur und Beobachtung des natürlichen Geschehens. 

Die Natur als Grundlage des Lebens kann nur in „natürlicher Umgebung“ erfahren werden. Dabei wird vermittelt, dass die Wertschätzung von Pflanzen, Tieren und anderen Lebewesen und Lebensräumen wie z. B. Gewässern, die Grundlage für ein ganzheitliches Leben sind. Die Sensibilisierung für die Ausbeutung der Natur und das Erkennen der Störungen in natürlichen Kreisläufen, die durch Menschen verursacht werden, ist ein elementarer Grundstein für das erforderliche Umdenken jedes Einzelnen. 

Auswirkungen des Handelns auf Natur und Umwelt erfahren und verstehen können, ermöglicht ein Leben im Einklang mit der Natur. Ziel ist es, aktiv für diese Lebensräume die Verantwortung zu übernehmen, die natürliche Ordnung bewahren und wiederherstellen zu lernen. Ziel ist es auch, im Einklang mit Tieren und Pflanzen zu leben und ihnen ihren Platz in der Natur zu bewahren.

9. Erwachsenenbildung

Bildung ist in allen Bereichen und Lebensphasen ein zentraler Bestandteil. Wer leicht Zugang zu Bildung hat, kann leichter am gesellschaftlichen, beruflichen und politischen Leben teilhaben. Beruf und Bildung müssen zeitlich und finanziell vereinbar sein. Durch leistbare Ausbildungen, steuerliche Begünstigungen, dem Ausbau der Bildungskarenz und Selbsterhalterstipendien soll dies ermöglicht werden. 

Bildung beeinflusst nicht nur wesentlich die berufliche Laufbahn, sondern auch die persönlichen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten. 

Bildung soll nicht nur für den Beruf, sondern auch für das persönliche Wohlbefinden stattfinden. Eine Pädagogik, die auch Gefühle zulässt und die Menschen dort abholt, wo sie gerade stehen, ermöglicht ein besseres Verständnis für sich selbst und die Gesellschaft. 

Durch Bildungstransfer zwischen den Generationen kann auch der Wissens- und Erfahrungsschatz für jüngere Generationen zugänglich und nutzbar gemacht und dadurch auch Achtung und Respekt vor älteren Menschen gefördert werden. 

Auch in der Erwachsenenbildung ist eine Kultur des Ausprobierens und Scheiterns wesentlich. Ebenso ist ein Lernumfeld, das geprägt ist durch Vertrauen und Geborgenheit, für erfolgreiches Lernen wichtig. 

Lebenslanges Lernen beinhaltet nicht nur institutionelles Lernen, sondern auch informelles Lernen an unterschiedlichsten Lernorten wie z. B. in Vereinen. 

Lehrinhalte sollen unterstützend über Praktika und Exkursionen vermittelt werden. Dadurch bekommen Inhalte mehr Praxisbezug und erleichtern den Aufbau von theoretischem Fachwissen. 

Chancengleichheit, Barrierefreiheit, das Einbauen von neuen Lernformen, Förderung von Bildungsbenachteiligten und eine umfassende Bildungsberatung sind das Fundament zur Verwirklichung von lebenslangem Lernen.

10. Forderungen für unsere Jugendlichen

  • Schaffung und Erhalt von betreuten Jugendzentren in den Bezirken – mit Gewaltpräventionsprojekten, Kommunikationsgruppen.
  • Ausbau der Straßen Sozialarbeit flächendeckend
  • Unterstützung beim Einreichen diverser kreativer Ideen, zum Beispiel der Umsetzung von Jugendevents
  • Aufleben traditioneller Vereinskultur in den Gemeinden – FF, Fußball (Alkoholverbot)
  • Auffangen derjenigen Jugendlichen, die nicht eingebunden sind im Vereinsleben, alternatives Angebot.
  • Kostenfreies Trainingsangebot zur körperlichen und seelischen Stabilität
  • Ernährungsberatung in und außerhalb der Schulen
  • Drogenprävention in der Schule und in den Gemeinden 
  • Ausbildung von Jugend Coaches als zusätzliche Vertrauenspersonen in den Gemeinden und Schnittstelle zwischen Familie, Schule, Gemeinde und Jugend.
  • Sexualaufklärung ab der 5. Schulstufe, jährlich, da es noch immer so viele jugendliche Mütter gibt.
  • Ressourcenabhängige Weiterbildung in praktischen Tätigkeiten wie Nähen, Tischlern, Garteln, …nicht nur in der Schule. Buddysystem in der Gemeinde.
  • Austauschsemester (zumindest 3 Monate) in einem anderen EU-Land zur Erweiterung der Sichtweise und zum Kennenlernen und Respektieren fremder Kulturen. Überwindung von Fremdenhass!
  • Erlernen von wirtschaftlichen Kernkompetenzen (Haushaltsplanung, Schuldenvermeidung, Zeitmanagement -> Schnittstelle zur Schule) – Wissen um Rechte und Pflichten der Jugendlichen!