Die Vernichtung der Klein- und Mittelbetriebe Teil 2: körpernahe Dienstleistungen

von | 8. Apr. 2021 | Innenpolitik

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Die Maßnahmen der Regierungen gegen die Corona Krise haben massive Auswirkungen auf Arbeitsplätze und vor allem die Klein- und Mittelbetriebe. Planung ist derzeit so gut wie unmöglich, da sich täglich alles ändern kann. Auf Unterstützung warten die meisten sehr lange, so sie überhaupt etwas bekommen. Für Betriebe ohne eigene Buchhaltung heißt es auf den Steuerberater warten, da die ziemlich komplizierte Einreichung Experten erfordert, Wartezeiten und Kosten inklusive.

Gestern habe ich begonnen die Situation von Klein- und Mittelbetrieben zu beleuchten. Besonders schmerzlich geht den meisten von uns natürlich die Gastronomie, der Tourismus und die gesamte Freizeitbranche ab. Das Fazit ist erschreckend, da direkt oder indirekt rund 1 Million Menschen betroffen sind. Fast eine halbe Million in dem Sektor beschäftigte Unternehmer und Mitarbeiter sind seit einem halben Jahr praktisch ohne Beschäftigung. Gibt es hier zum Nachlesen.

Die Gesundheitsberufe, Friseure, Masseure, Kosmetiker und Geschäfte für Heilbehelfe sind schon länger ziemlich schwer betroffen. Bei Lockdown, wie derzeit in Ostösterreich, ist alles zu, sonst gilt natürlich FFP2 Maskenpflicht und teils ist ein Tests erforderlich. Eine Umfrage unter den Betroffenen hat ergeben, dass das Geschäft seit der Verpflichtung zu FFP2 Masken und Tests massiv eingebrochen ist, es wird nur mehr 20 bis 30% des früheren Umsatzes erzielt. Die Kosten sind jedoch gleich geblieben und wer öffnen darf, bekommt keine Unterstützung mehr.

Die generelle Klage lautet auch, dass sich die Menschen nicht mehr auskennen, was gerade gilt. In der gegenwärtig (vermutlich) gerade für Ostösterreich gültigen Verordnung steht zum Beispiel

§ 25. Z 2.

b. Dienstleistungsunternehmen zur Inanspruchnahme von körpernahen Dienstleistungen oder

ist untersagt …
Z3. als körpernahe Dienstleistung gemäß Z 2 lit. b gelten insbesondere Dienstleistungen der Friseure und Perückenmacher (Stylisten), Kosmetiker (Schönheitspfleger), hierbei insbesondere das Piercen und Tätowieren, sowie der Masseure und Fußpfleger;

in Z 5. steht dann:

Z2 gilt nicht für

d. Verkauf von Medizinprodukten und Sanitärartikeln, Heilbehelfen und Hilfsmitteln

Alles klar?

Es gilt also zum Beispiel nicht für Orthopädische Schuhmacher oder Geschäfte für Hörbehelfe. Nur weiß das natürlich niemand, wodurch Frequenz und Umsatz auf 0 bis 5% absinken, die Kosten aber zu 100% weiter laufen .

Die Folge sind wie in Gastronomie und Tourismus Angst, Hoffnungslosigkeit, Depression und suizidale Gedanken bei Unternehmern und Mitarbeitern. Die gesundheitlichen Folgen sind auch klar, denn dieser seelische Zustand schwächt das Immunsystem, macht anfällig für Infektionen und Erkrankungen. Konkurse und steigende Arbeitslosigkeit im Laufe des Jahres, besonders wenn gestundete Steuern und Abgaben fällig werden, werden ein übriges tun um die Situation möglicherweise sogar noch zu verschlechtern.

Eckdaten der Branche laut WKO

Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure:
16.969 Unternehmen und 6.587 Mitarbeiter,Umsatz unbekannt

Gesundheitsberufe:
1.855 Unternehmen, 9.901 Mitarbeiter, Umsatz 1,1 Milliarden

Friseur
8.587 Unternehmen, 19.944 Mitarbeiter, Umsatz unbekannt

Insgesamt also etwa 27.500 Betriebe, die 80.000 bis 90.000 Menschen Einkommen und Beschäftigung bieten und dazu noch ihre Familien und allfällige Zulieferer und Nebendienstleister, also sicher wieder 200.000 bis 300.000 Menschen die davon abhängen.

Bild von Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay

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